22.5.2017 – Die Zeit rennt

Blog 22.5.2017 – Die Zeit rennt

Die Zeit rennt. Für mich ist es einfach immer noch unglaublich wie schnell die Zeit vergeht. Etwa in 3 Monaten werde ich mit beiden Beinen auf deutschem Grund stehen. Damit sind bereits mehr als 75% meiner Zeit hier vergangen. Wenn man sich das ganze als Kuchen Diagramm vorstellt, ist da nur noch ein Viertel vom Kuchen übrig. Das ist halt doch gar nicht mehr so viel. Und genau so fühlt es sich für mich gerade an. Ich meine, natürlich freue ich mich auf mein Zuhause, auf meine Heimat und vor allem auf euch, aber trotzdem habe ich hier mittlerweile echt ein Leben aufgebaut, welches wundervoll ist. Meine Arbeit, meine Freunde und allgemein die philippinische Mentalität sind Dinge die ich so in Deutschland nicht vorfinden werde. Aber bevor ich mich jetzt beschwere, erzähle ich euch lieber was ich so die letzten Wochen erlebt habe.

Da die Kinder ja gerade Schulferien haben, sind sie oft gelangweilt und brauchen deshalb auch ein entsprechendes Angebot an Aktivitäten. Dafür hat sich jeder Volunteer ein bisschen was überlegt und ich persönlich habe großen Spaß daran Sport mit den Kindern zu machen, bzw. die Kinder zum Sport zu animieren. Weshalb sich meine Aktivitäten eher auf Sport fokussieren.

Aber da der Physikunterricht von Herrn Huck diverse Erinnerungen zurückgelassen hat, wollte ich den Kindern ebenfalls einen kleinen Zugang zur Physik ermöglichen.

In einem 2 tägigen Physik-crashkurs habe ich verschiedene Experimente aufgebaut um simple Phänomene zu veranschaulichen.

Die Kinder hatten riesig Spaß herum zu experimentieren und ihre Beobachtungen aufzuschreiben. Und tatsächlich, in manchen Kindern schlummert ein wahrer Einstein. Auch wenn es ganz einfach Experimente waren, konnte ich einige Kinder doch für Naturwissenschaften begeistern und bei manchen Kindern eine gewisse Neugier wecken.

Wer mich kennt, weiß auch, dass ich sehr fußballbegeistert bin. Zufälligerweise hat Bacolod auch ein Fußballteam, welches sogar in der asiatischen Champions League teilnimmt. Da manche der Kinder mittlerweile Fußball lieben, habe ich mir überlegt den Kindern, welche auch an meinem Fußballtraining teilnehmen, auf ein Spiel einzuladen. Glücklicherweise fand auch ein Heimspiel statt, somit konnten wir uns das „Fan-Flugzeug“ nach Vietnam oder Japan sparen. Auch wenn man das Niveau des Spiels nicht gerade mit der Bundesliga vergleichen kann, war das Spiel trotzdem super spannend und hat sehr viel Spaß gemacht zuzuschauen. Vor allem für manche der Kinder war es eine komplett neue Erfahrung. Sofern ich erneut die Chance habe, werde ich nochmal mit den Kindern ein Spiel besuchen.

 

Die zwei darauffolgende Tage veranstaltete ich eine Sportolympiade mit den Kindern. Hierfür teilte ich die Kinder in 5 Teams auf, in welchen sie in 10 Disziplinen antreten mussten. Natürlich habe ich klassische Disziplinen wie Fußball, Basketball und Volleyball angeboten, aber auch Sachen für die kleineren Kinder wie Sackhüpfen, Papierfliegerweitwurf oder ein Puzzlewettbewerb (natürlich Ravensburger Puzzles) durften nicht fehlen. Meine persönliche Lieblingsdisziplin war allerdings Flunkyball. Ja, normal wird es als Trinkspiel auf Festival gespielt, aber wenn man anstatt Bier Wasser nimmt, kann man ebenfalls ganz viel Spaß haben. Zumindest hatten die Kinder jede Menge Spaß!

Anschließend haben wir noch eine Zeremonie für die Gewinner veranstaltet und eine Preisverleihung durfte natürlich auch nicht fehlen.

Da es für mich nicht möglich war das alles alleine zu organisieren habe ich 7 Kinder mit ins Orga-team genommen. Ich war wirklich erstaunt wie viel Verantwortung die Kinder übernehmen können, wenn sie wollen. Die 7 Kinder waren wirklich top engagiert dabei und es hat wirklich Spaß gemacht mit ihnen zu planen.

Aber die Zeit war auch entsprechend anstrengend, da ich wirklich Tag und Nacht mit Planen, Einkaufen und Durchführen der Aktivitäten beschäftigt war. Zum Glück kamen genau dann meine Mama und mein Stiefvater mich besuchen. Wir verbrachten eine wundervolle Woche auf Mindoro, eine Insel im Süden von Manila. Dort entspannten wir, genossen die ruhige Atmosphäre oder schlürften den ein oder anderen Cocktail in der Happy Hour.

Ich hatte dann sogar noch das Glück und die Ehre den beiden Bacolod und Kalipay zu zeigen. Es ist einfach immer wieder schön zu sehen wie begeistert meine Besucher von Kalipay sind. Aber es ist wahr, vor allem die Kinder hinterlassen einen bleibenden Eindruck. An dieser Stelle kann ich nur erneut auf die Bedeutung des Namens ‚Kalipay‘ aufmerksam machen. Die Kinder sind einfach alle unglaublich liebenswert und strahlen trotz ihrer Vergangenheit wahre Lebensfreude aus. Wenn ich könnte, würde ich alle Kids mit in meine Koffer packen und mit nach Hause nehmen. Und genau so ging es meiner Mama und meinem Stiefvater auch. Auch wenn sie nur für 1 Tag hier waren, hatten sie auch schon den ein oder anderen Liebling.

Wenn ich könnte, würde ich verlängern, aber leider darf ich vertraglich nicht länger als ein Jahr hier bleiben. Deswegen ist mir auch schon mein Flugdatum bekannt. Auch wenn ich es hier noch so liebe und ich mich hier in diesem chaotischen Land pudelwohl fühle, muss ich doch der Realität ins Auge blicken und akzeptieren, dass dieser Freiwilligendienst auf ein Jahr beschränkt ist. Und natürlich freue ich mich auf euch alle. Es ist einfach unglaublich welchen Support ihr bisher für mich gegeben habt. Und auch euer Interesse für mein Leben hier ist einfach wahnsinnig. Ich kann einfach nicht mehr tun als mich bei euch zu bedanken.

Also wirklich danke! Dank euch, kann ich hier sein und durfte alle diese Erfahrungen machen. Und dafür werde ich euch immer dankbar sein!

Dankbarkeit ist für mich auch gerade ein großes Thema. Meine Wahrnehmung hat sich durch Kalipay deutlich verändert. Wenn man einmal realisiert hat, dass es einfach nicht selbstverständlich ist in einer Familie aufzuwachsen die dich liebt, einen Sportverein zu haben der dich unterstützt, Freunde haben die dich so schätzen wie du bist, und vor allem einen so hohen Lebensstandard wie in Deutschland zu haben. Es gibt so viele Dinge für die man sich einfach bedanken müsste, doch leider ist man oft an dem Punkt, wo man diese Dinge einfach voraussetzt und als normal ansieht.

Alltägliche Dinge wie trinkbares Leitungswasser, ein funktionierendes Abwassersystem, eine stark ausgebaute Infrastruktur, oder einfach nur, dass man ein Auto vor der Haustüre stehen hat.

Auch wenn einem etwas normal vorkommt, sollte man trotzdem dankbar dafür sein. Doch leider was man es erst zu schätzen wenn man es mal nicht hat.

Aber ich will euch jetzt keine Moral vorschreiben, sondern nur einfach mit euch teilen, welche Fragen mir hier durch den Kopf gehen.

Ich glaube ich könnte so viel Dinge erzählen, welche ich hier erlebt habe, doch leider kann man sie oft nur verstehen wenn man mal hier war und sie am eigenen Leib erlebt hat.

Deswegen kann ich es euch nur ans Herz legen, ein Entwicklungsland zu besuchen. Es ist definitiv eine Erfahrung wert.

Ich hoffe euch geht es allen gut und ihr genießt die ersten Mai-Tage. Und entschuldigt die Unregelmäßigkeit meiner Blogposts, aber wenn mir was fehlt ist es Zeit. Weswegen ich einfach oft nicht dazu komme einen Post zu schreiben. Ich hoffe ich finde die nächsten Wochen etwas mehr Zeit

Liebe Grüße, euer Luki

PS: Der Blogpost wurde am 05.05.2017 geschrieben. Entschuldigt die zeitliche Verzögerung, allerdings hab ich wirklich keine Zeit dafür gefunden ihn zu veröffentlichen. Und falls keine Bilder zu sehen sind, einfach noch kurz warten. Ich habe bei deisem Post relativ viele Bilder verwendet

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Eine Antwort zu 22.5.2017 – Die Zeit rennt

  1. Anton Schmid schreibt:

    Hallo Luki, deine Beschreibungen der Situation bei deinem Aufenthalt auf den Phillipienen sind hoch interresant und regen zum Nachdenken an.Vorallem freut es uns,dass du dich dort wohlfühlst.
    Wir freuen uns schon auf die Rückkehr in die “ Heimatlichen Gefilden“
    Bis dahin viele liebe Grüße von Opa Anton und Theresa ( bei einem Handy-Kurs)

    Gefällt mir

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